Geschichte & Besitzer & Danksagung






Zur Geschichte:

Herzogsweiler, Oberamts Freudenstadt.

Auf Ableben des Friedrich Schleh, Hirschwirts, haben sich die Interessen entschlossen, daß Wirtshaus zum Hirsch nebst Liegenschaft zum Verkauf auszusetzen.

Das im Jahr 1825 neu erbaute Wirtschaftsgebäude steht an der Landstrasse, und ist mit hinreichendem Raum, Stallungen und Keller versehen.
Die dazu gehörige Liegenschaft bei steht.

- 31/2 Morgen Garten beim Haus,
- 16 Morgen gutes Ackerfeld,
- 41/2 Morgen Wiesen,

welche von der Waldach nach belieben bewässert werden können.
Über diese Gegenstände kann von den Kaufsliebhabern täglich Einsicht genommen werden.
Die Verhandlung zum letzten Mal findet am Donnerstag, 07. November dieses Jahres, Nachmittags 2:00 Uhr im Wirtshaus zum Hirsch statt, wozu die Liebhaber eingeladen werden.

Laut 19. Oktober 1839 Aus Auftrag Gäßler

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History der Familie: Alle Besitzer des Hotels


Gottlieb Hindennach
* 1804
Anna Marie Klaiß
+ 1887
Johannes Hindennach
1844 - 1890
Christine geb. Schneider
1846 - 1902
Peter Hindennach
1872 - 1931
Rosine geb. Hornberger
1880 - 1949
Eugen Hindennach
1906 - 1960
Friederike geb. Keller
1907 - 1977
Peter Hindennach
1939
Antonija geb. Pozek
1944 - 2000

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Zum Gedenken des verstorbenen Hirschwirts Eugen Hindennach

Gastwirt und Bauer - und ein guter Mensch

Müd von langen Wanderwegen, kehrt´ich gerne bei dir ein;
freundlich tratst du stets entgegen ,
stets gedenk ich freundlich dein.

Warst ein Wirt und warst ein Bauer,
und ein guter Mensch dazu;
oft in trauten, schmucken Mauern
deines Gasthofs fand ich Ruh.

Auch heute wieder. Ich sitze in der etwas halbdunklen, behaglich weiten Wirtsstube und sinne vor mich hin. Draußen im großen , lichten Saal tafeln Gäste, die mit einem Bus gekommen sind. Die Wirtin, die junge Witwe, ist mit ihren Söhnen dort beschäftigt. Und Eugen ist nicht mehr. An der Mauer des Kirchhofs deckt ihn der Hügel mit welkenden Kränzen und darüber blühen die Birn - und Apfelbäume, summen die Bienen, und auf nahen Wiesen flammen zu Tausenden die goldbelben Sonnen der Löwenzähne. Und ringsum rauscht der der Wald, der ewig gründunkle Schwarzwälder Tannenwald. Erst vor Wochen war ich hier. Da war manches noch anders. Wohl rauscht der Wald, aber keine Blume blühte, denn die Schollen der Erde waren noch rauh und winterlich rissig.
Aber ein lachendes Gesicht fand ich noch vor, Eugen. Eben war er heimgekehrt vom Feld, hatte geackert, geplügt und gesät, und so drückte er mir, noch etwas verschwitzt, im groben Kittel als gastfreundlicher Wirt so recht die Hand, so wie ich ihn immer kannte und so wie ich ihn und viele seiner Freunde ihn immer auch liebten: Fleißig und zäh , ein Urbauer, unermüdlich die Jahre und Jahrzehnte hindurch auf seinen Feldern schaffend und wirkend, gastfreundlich und gesprächig als Wirt mit viel Humor und originellen, sinnigen Sprüchen. Freilich, oftmals konnte er auch wettern, wenn es ungerecht auf der Welt zuging. Aber im Grunde genommen war er immer ein herzensguter, schlicher und einfacher Mensch, der nie etwas aus sich machte, auch wenn er doch ein ansehnlicher Bauer war. Und auch als Inhaber eines stattlichen, schmucken Gasthofs blieb er immer der ganz einfache, vielleicht oft zu bescheidene Mensch. Ja, wer die Zeit kennt und die Menschen und weiß vielleicht um den Tod, ist immer bescheiden. Also auch zum Hirschwirt kam der Tod. Noch im blühenden Mannes-alter überfiel ihn ein tückisches Leiden. Vielleicht spürt er es schon lange, vielleicht trug er es längst still und heimlich mit sich herum, ohne zu wissen, was es sei. Vielleicht schöpfte er aus diesem seinem Leiden oftmals die Kraft, so hart und so zäh längere Jahre hindurch seine Riesenarbeit durchzustehen, und auch die Kraft, so schlicht und zu herzenswarm, so einfach und so bescheiden sein. Wer weiß es, sein Schaffen ist zu Ende, der Gang seiner Jahre ist aus. Nicht erfüllt, lange nicht, wäre sein Leben für seine Angehörigen, für sein Weib und seine Kinder. Und doch erfüllt û vielleicht beim Herrgott û beim Manne gilt, vom Fleiß.
Hirschwirt Eugen Hindennach wurde am 19. Oktober 1906 als zweiter Sohn des Bauern und Hirschwirts Peter Hindennach, und der Rosine geborene Hornberger geboren. Seine Geschwister sind Emilie Springmann verheiratet auf dem Ochsen zu Tumlingen; Paula Tobisch, verheiratet in Göppingen; Hermann, sein zweiter Brunder, blieb in Stalingrad; und Richard, der jüngste, verunglückte tödlich mit dem Motorrad. Der Vater ist schon früh verstorben, die Mutter vor etlichen Jahren. Eugen ging in Herzogsweiler zur Schule und besuchte dann in den Zwanziger-Jahren Winterkurse der Landwirtschaftsschule in Horb. Am 22. Mai 1937 verheiratete er sich mit Maria Friederike Keller aus Spielberg. Der Ehe entsprossen vier Kinder, Peter. Dieter, Rolf und Claus, die heute im Alter von 21, 19, 15 und 10 Jahren sind. Am 18. November 1937 brannte der Hirsch ab und am 13. November 1938 wurde er mit Hilfe der weitsichtigen und rührigen Ehefrau wieder neu und schöner aufgebaut und mit vielen Zimmern für Kurgäste eingerichtet. Leider kam aber dann der Krieg und der junge Hirschwirt musste Soldat sein im Osten. Doch hatte er dann doch noch Glück, er konnte am Schluss aus amerikanischer Gefangenschaft soweit gesund heimkehren, wo er sich sofort vor allem der Landwirtschaft widmete. 1954 wurde dann der große, etwa 250 Personen fassende schöne Saal angebaut mit Fremdenzimmern darauf, in denen jetzt insgesamt so 50 û 60 Personen aufgenommen werden können.
Bei seiner Beerdigung in den ersten Maitagen, zu der ihm Hunderte aus nah und fern das Ehrengeleit gaben, legte ihm der Bürgermeister Hayer i. R. mit würdigen Worten einen Kranz nieder:
»Wir werden unserem lieben Eugen immer ein ehrendes Gedenken bewahren !«
Für seine Freunde und vor allem für seine lieben Angehörigen mögen von August Lämmle, dem echt schwäbischen Bauern û und Heimatdichter, die Worte des Trostes gelten: »Der Mensch geht. Aber er läßt uns seine Liebe, seine Heiterkeit, seinen Ernst, seine Weisheit - er läßt uns seinen Geist zurück.
Mit diesem lebt er unter den Seinigen weiter, helfend und tröstend.

Christian Hindennach



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